SDL*17 – THEATER.FILM

 

Beim thematischen Akzent des SDL 2017 geht es um Theaterproduktionen, die sich gezielt hinsichtlich des Kulturphänomens „Film“ positionieren und Anleihen aus dem Film bzw. Kommentare über den Film zum Thema haben, weniger also um den bloßen technischen Einsatz des Mediums (im Sinne von Videoprojektionen auf der Bühne). Die Korrespondenzen zwischen Theater und Film sind in der Gegenwart lebendiger denn je. Erst in den letzten Jahren lässt sich im Schultheater – wie bereits im professionellen Theater, freilich unter anderen Bedingungen – ein Trend beobachten, dass der Film deutlich Einzug in Inszenierungen hält. So werden bekannte Filmvorlagen anstelle von dramatischen oder epischen Textvorlagen adaptiert oder aufgegriffen, wobei die Bandbreite von Zitaten und Anspielungen auf Filme bzw. deren Rezeptionsgeschichte bis zur Anlehnung an Kultfilme in gegenwärtigen Inszenierungen reicht; Kompositionsmittel aus dem Filmschnitt-/Montage-Bereich werden anstelle klassischer dramaturgischer Gestaltung genutzt (z.B. kurze „Cuts“ anstelle von ausführlicher Figurenentwicklung und viele weitere Mittel) und filmische Formen wie Zeitlupe, Rewind, Fastforward als Verfremdungstechniken eingesetzt; zudem wird die Live-Darstellung mit eingespieltem Filmmaterial konfrontiert. Für das Schultheater der Länder 2017 in der Filmstadt Potsdam werden Theaterproduktionen aus allen Schulstufen und Schulformen gesucht, die sich intensiv mit Bezügen zwischen Theater und Film auseinandersetzen und sich von Fragen leiten lassen wie:

 

  • Wie können die großen Seherfahrungen der Schülerinnen und Schüler
    mit der Kunstform Film produktiv in das Theaterprojekt einfließen?
  • Wie können ihre Rezeptionsmuster lustvoll als Spielanlässe genutzt,
    aber auch kritisch hinterfragt werden, sodass das Spiel nicht ungebrochen
    die Mediengewohnheiten abbildet?
  • Worin liegt der Mehrwert der theatralen Bearbeitung eines Filmthemas?
  •  Soll der Plot des Films erzählt werden oder wird dieser bereits als
    beim Zuschauer bekannt vorausgesetzt und die theatrale Umsetzung
    beschäftigt sich eher mit der Film-Rezeption?
  • Wie werden filmische (Erzähl-)Formen produktiv und damit gewinnbringend
    ins Medium Theater übersetzt?
  • Welche Verfremdungsmöglichkeiten bietet das Medium Film
    (u.a. Unterschiede in der Künstlichkeit, Zeichenhaftigkeit, Akustik)
    für das Theaterspiel?
  •  Welche Rolle spielt die Differenz zwischen Theater und Film in Bezug
    auf die Anwesenheit bzw. Abwesenheit des Darstellers?
  • Welche Folgen ergeben sich dadurch für die Beziehung Körper/Raum
    sowie das darstellende Spiel?

SCHULTHEATER DER LÄNDER 2017

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